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Geoblocking – Das müssen Sie als Onlinehändler jetzt beachten

Seit dem 03.12.18 kommt die europäische Verordnung zum Geoblocking zur Anwendung und verlangt mehr Transparenz seitens der Shop-Betreiber. Was Sie beachten sollten, um mögliche Abmahnungen zu vermeiden. 

Mit der Verordnung zum Geoblocking soll Online-Shopping grenzüberschreitend fairer sowie vereinheitlicht werden. Den Händlern soll der europaweite Vertrieb attraktiver gemacht werden. Kunden sollen in Zukunft europaweit zu gleichen Bedingungen einkaufen und bezahlen können. Innerhalb des europäischen Binnenmarktes sowie Norwegen, Island und Liechtenstein sollen Kunden nicht aufgrund ihrer Staatsangehörigkeit, des Wohnortes oder des Niederlassungsortes diskriminiert werden. Werden beispielsweise die Nutzer aufgrund des Wohnorts auf eine standortspezifische Website weitergeleitet, kann im schlimmsten Fall eine Abmahnung drohen. Was die Geoblocking-Verordnung für Sie als Onlineshop-Betreiber bedeutet und wo schneller Handlungsbedarf besteht, erklären wir Ihnen in Kürze.

Was ist Geoblocking?

Im Onlinehandel wurden ausländische Kunden aufgrund ihrer IP-Adresse bisher häufig direkt auf länderzugehörige Shop-Versionen weitergeleitet (teilweise mit abweichendem Angebot oder Auspreisung) oder vom Shopping ganz ausgeschlossen. Mit dieser Art der Diskriminierung, dem Geoblocking, ist für den europäischen E-Commerce-Markt seit dem 3.12.2018 Schluss.

Der besonders für YouTube-Nutzer bekannte Satz „Dieser Inhalt ist in Ihrem Land nicht verfügbar“ darf in seiner Ausprägung für den E-Commerce, etwa wenn ein französischer Kunde auf die deutsche Seite Ihres Onlineshops zugreifen möchte, nicht mehr gelten.

Was müssen Sie als Shop-Betreiber beachten?

Die mit Geoblocking erfolgte automatische Weiterleitung auf länderspezifische Onlineshops ist mit Inkrafttreten der EU Verordnung verboten.

  • Alle Kunden sind unabhängig ihrer Staatszugehörigkeit beim Einkauf- und Bezahlvorgang wie die inländischen Kunden zu behandeln.
  • Das bedeutet weiter, dass allen Kunden der 28 europäischen Mitgliedsstaaten (inklusive Norwegen, Island und Lichtenstein) die gleichen Zahlungsoptionen angeboten werden müssen. Gleichzeitig werden den Kunden somit mögliche Preisdifferenzen transparenter gemacht.
  • Kunden müssen selbst entscheiden können, über welche Länderspezifische Shop-Versionen sie bestellen und bezahlen.
  • Betreiben Sie verschiedene Versionen Ihres Onlineshops, müssen Sie den Wechsel zwischen den vorhandenen Shop-Versionen jederzeit ermöglichen, aber keine 28 Versionen für alle europäischen Mitgliedstaaten anbieten.
  • Auch dürfen Geodaten nicht herangezogen werden um unterschiedliche allgemeine Kaufbedingungen bei Waren und Dienstleistungen zur Anwendung zu bringen.

! Shop-Betreiber sind jedoch nicht verpflichtet, in alle europäischen Mitgliedsstaaten zu liefern. Jedem Kunden muss jedoch möglich sein, sich seine Ware in ein vom Händler beliefertes Land schicken zu lassen.

! Die Warenlieferung kann vom Händler allerdings durch „objektive Gründe“ zurückgehalten werden, wenn bei Zahlungsmethoden per Kreditkarte, Lastschrift oder Überweisung die Kreditwürdigkeit eines ausländischen Kunden nicht sicher eingeschätzt werden kann. Gerechtfertigt sind diese „objektiven Gründe“, wenn demnach ein Zahlungsausfallrisiko vorliegt.

! Existieren weiterhin gerechtfertigte Gründe, wie real höhere Kosten, Regulierungen, Urheberrechtsbestimmungen oder andere Marktbedingungen, können die ungleichen Bedingungen trotz Geoblocking-Verordnung weiterbestehen. Ein Onlinehändler kann zum Beispiel den Zugang zu seinem Angebot (etwa Feuerwerkskörper) beschränken, wenn das betroffene Land den Kauf eben dieser Waren aus anderen Ländern verbietet.

 

Haben Sie Ihren Onlineshop trotz Notwendigkeit nicht an das Geoblocking-Verbot angepasst, können Ihnen Unterlassungsklagen und Abmahnungen drohen, die vor allem von Verbraucherverbänden oder Konsumentenschützern angestoßen werden.

Wer ist betroffen?

Neben Hotels, Autovermietern und Ticketshops mit Online-Kartenverkäufen sind besonders die kommerziellen Onlinehändler betroffen. Auch Shopbetreiber auf den Marktplätzen von Amazon oder Ebay müssen sich mit dem Geoblocking-Verbot auseinandersetzen.

Was sind Ausnahmen?

Nicht alle Waren und Dienstleistungen sind jedoch von der Geoblocking-Verordnung gleichermaßen betroffen. Geschäfte im B2B-Bereich sind ausgenommen, sofern es sich bei dem Warenempfänger nicht um den Endkunden handelt. Auch können bestimmte Streaming-Dienste und Anbieter von Medieninhalten mit besonderem Schutzrecht (Urheberrecht) wie Filme, Musik, E-Books, PC-Games ausländische Kunden weiterhin ausschließen. Eine Ausnahme bildet die Portabilitätsverordnung, wenn diese Inhalte dennoch verfügbar gemacht werden müssen. Ebenfalls ausgeschlossen sind Finanz-, Gesundheits- und Verkehrsdienstleistungen (z.B. Flugticket-Verkauf) sowie Kleinunternehmen.

Wie wir Ihnen weiterhelfen

1. Schnellcheck für Ihren Onlineshop

Um keine Abmahnung aufgrund von Geoblocking zu riskieren ist nun eine schnelle Reaktion gefragt. Deshalb bieten wir einen Schnellcheck für Ihren Onlineshop an, indem wir Ihnen aufzeigen, welche technischen Änderungen an Ihrem Shop angepasst werden müssen, um die neue Verordnung zu erfüllen.

2. Beratung für Ihre E-Commerce-Prozesse

Sind bei Ihnen umfangreiche E-Commerce-Strukturen etwa mit regionalen Händlern betroffen, beraten wir Sie gerne welche Handlungen für die neue Geoblocking-Verordnung nötig sind. 

3. Technische Umsetzung

Wir übernehmen für Sie die technische Anpassung Ihres Onlineshops, damit Sie für die Verordnung gewappnet sind. Dazu zählen beispielsweise die Überarbeitung der standortbezogenen Zugangsblockaden oder der automatischen Weiterleitungen zu anderen Seiten sowie die Überarbeitung der Zahlungsmethoden für EU-Länder.

Die vorliegenden Informationen umfassen die wichtigsten Inhalte und Handlungsempfehlungen zum Geoblocking, erheben aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit.


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